Claudius Ptolemäus

Biographie von Claudius Ptolemäus

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Mit Sicherheit war Ptolemäus einer der ganz großen Universalgelehrten, allein hinterher weiß man es immer besser. Sein Ptolemäisches Weltbild war es, das sich einem Bollwerk-Paradigma gleich über mehr als 1200 Jahre gehalten hat, zu viele, insbesondere mächtige Männer der Kirche, hatten ein zu großes Interesse daran, die Erde im Mittelpunkt des Universums zu belassen, eine Vorstellung, die Ptolemäus eigentlich u.a. von Aristhoteles, dem Lehrer von Alexander dem Großen, übernommen hatte. Wer endlich zur Wahrheit stand, wie es der italienische Mönch Giordano Bruno in der Renaissance wagte, stand schließlich auf dem Scheiterhaufen. Der alte Grieche Aristarch von Samos übrigens wusste bereits die Sonne in den Mittelpunkt unseres Systems zu stellen, aber es ging ihm wie Kassandra, niemand glaubte ihm. Aber jetzt endlich der Reihe nach:

Der Name Claudius Ptolemäus entstammt dem griechischen „Κλαύδιος Πτολεμαῖος = Klaúdios Ptolemaíos“, er wurde um 100 n. Chr. in Ägypten geboren und starb vor dem Jahre 180 wahrscheinlich in Alexandria. Ptolemäus war zugleich ein griechischer Geograph, Mathematiker, Astrologe und Astronom, Philosoph und Musiktheoretiker und arbeitete als Bibliothekar an der berühmten, antiken Bibliothek von Alexandria. Lange gültige Standardwerke schuf Ptolemäus besonders auf den Gebieten Geographie, Astronomie und Astrologie (beide grenzte man damals noch nicht so strikt voneinander ab wie heute).

Sein wichtigstes Werk ist die „Mathematike Syntaxis“ (mathematische Zusammenstellung), welches später als „Megiste Syntaxis“ (größte Zusammenstellung) bezeichnet wurde und heute Almagest heißt, diese Bezeichnung ist vom arabischen „al-maǧisṭī“ abgeleitet, es ist eine umfangreiche Abhandlung über Mathematik und Astronomie in 13 Bänden. Bis zum Ende des Mittelalters war dies ein Standardwerk der Astronomie. Außer einem ausführlichen Sternenkatalog ging es hierin um eine Erweiterung und Vertiefung des geozentrischen Weltbildes, bei dem die Sonne nach dem Mond, Merkur und Venus als viertes Gestirn um die Erde kreiste, welches ursprünglich von Hipparchos von Nicäa so ähnlich konstruiert worden war.

Steckbrief von Claudius Ptolemäus

Alternative Schreibweisen
Claudius Ptolomaeus, Klaudios Ptolemaios

Geboren
~ 100 n. Chr. in Ptolemais Hermeiou (Ägypten)

Gestorben
nach 160 n. Chr. in Alexandria (Ägypten)

Tätigkeiten
Geograph, Mathematiker, Philosoph, Astronom, Astrologe und Musiktheoretiker

weiterführende Literatur
Germania und die Insel Thule: Die Entschlüsselung von Ptolemaios‘ „Atlas der Oikumene“